Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Es geht um echte Begegnung von Mensch zu Mensch, ohne Spiel, ohne Maske;
eine Begegnung, die nicht belastet ist von unseren Ängsten, Gewohnheiten, Klischees,
die nicht die Last der Automatismen und alten Reflexe trägt.
Dr. Marshall B. Rosenberg 

Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Rosenberg ist ein Klärungsmodell in vier Schritten. Es beruht auf Mitgefühl und Selbstverantwortung.

Das Besondere der Methode ist, dass Lösungswege entwickelt werden aus dem Kontakt mit lebendigen Beweggründen „anstatt sich auf eine schwindende Schicht moralischer Übereinkünfte zu stützen, die unser Denken lange Zeit beherrscht und uns Sicherheit gegeben hat.“
( nach Jesper Juul ).

Diese Beweggründe gilt es zu entdecken, in ihnen liegt der Schlüssel zu friedlicher Veränderung. Sie werden „Bedürfnisse“ genannt in der GFK und sind einer der Vier Schritte – der wichtigste.

 

Die Giraffe als Symboltier der GFK 
das Landtier mit dem größten Herzen und viel Überblick

Grundannahmen der GFK
  • die Konsequenzen (z.B. die Wirkung auf andere)
  • über wirksame Alternativen
  • kulturell bedingte Unwissenheit, die es akzeptiert, dass Menschen leiden müssen.

Schmerzliche Handlungen sind tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse. Menschen sind von Natur aus mitfühlende Wesen, die zum Wohlergehen anderer beitragen wollen.

Die „Unwissenheit“ ist allerdings ein Thema für sich – Markus Fischer stellte die interessante Frage, ob es ich nicht eher um Bequemlichkeit handle. Auf jeden Fall lässt sich die jeweilige Qualität meiner Impulse recht gut erkennen im Spiegel der Entwicklungsebenen (Wilber u.a.). Damit kann auch ein konventionelles  Verständnis der GFK überwunden werden.

Der Viererschritt
  • Beobachtung und Bewertung
  • Gefühl und Gedanke
  • Bedürfnis und Strategie
  • Bitte und Wunsch bzw. Forderung.

Empathie – also Einfühlung – ermöglicht, dass alle Ebenen in einem sicheren Rahmen wahrgenommen und anerkannt werden. Dadurch wird eine Vollständigkeit erreicht, die tragfähige und erfreuliche Entscheidungen ermöglicht.

Beobachtung
Tatsachen, wie  etwa eine Kamera sie dokumentieren würde. Frei von Bewertungen und Interpretationen. Beobachtungen sind Auslöser, aber nicht Ursache von Gefühlen.

Gefühle
sind Boten elementarer Bedürfnisse:     
angenehme Gefühle weisen hin auf erfüllte Bedürfnisse
unangenehme Gefühle weisen hin auf unerfüllte Bedürfnisse  

Bedürfnis
Im Mittelpunkt: Bedürfnisse – Wo Gefühle ihre Wurzel haben und Lösungen ihren Ursprung.
Echtheit, Augenhöhe, Integrität, Verantwortung, Gemeinschaft – das sind fünf davon.

„Wenn die Bedürfnisse auf dem Tisch sind, fallen die Lösungen vom Himmel. „
( Trainerzitat )

Fundamentale, existentielle Bedürfnisse, die allen Menschen gemeinsam sind. Sie sind universell – unabhängig von Ort, Zeit, bestimmter Person und Handlung. GFK betrachtet sie als Quelle der Gefühle und Motiv allen Handelns und Nichthandelns.

In allen Wünschen und Taten
eine Schicht der Bedürfnisse –
Quelle von Gefühlen,
Ort menschlicher Einigkeit.

Hier entspringt
Fürsorge oder Gewalt,
Handeln wie Nichthandeln,
Kämpfen und Verzeihen.

Nichts Zwingendes dort –
Nur Schönheit.

Bitte/Strategie
Hier geht es darum, was jetzt und konkret getan werden kann, damit das Leben schöner wird. „Giraffentanz“: Es wird verhandelt, bis Lösungen gefunden sind, in denen alle Beteiligten sich wiederfinden. 

Schritte verbinden
Eine einzelne „gewaltfreie Schleife“ sieht so aus:  Wenn ich <    > sehe , dann fühle ich <      >, weil ich  <   > brauche und bitte dich <     >.

Dies ist ein Denk- kein Sprechmodell.

Empathie

…Menschen in einem anderen Licht und entzieht Konflikten den Nährboden.
Selbstempathie fördert einen authentischen und liebevollen Umgang mit sich selbst.

Empathie, also Einfühlungsvermögen, ist eine Grundvoraussetzung für gewaltfreie Kommunikation. Im Hören und Sprechen ohne Bewertungen zeigen sich Menschen und Absichten in einem anderen Licht. Als Fähigkeit kann Empathie verfeinert und vertieft werden. Empathisches Hören und Sprechen wird als heilsam, ordnend und befreiend erlebt und ist ein wirksames  Mittel, um Gewalt ohne Gewalt zu beenden.

Empathie unterscheidet sich von Mitleid, Trost, Verständnis, Analyse, Zustimmung, Beratung … – im Gespräch mit dem Leben sein – heilsam und inspirierend – so bezeichnen Teilnehmer diese Erfahrung.

Empathie in höchster Qualität zu bieten ist mir ein besonderes Anliegen, denn Sie führt zu  Echtheit, Tiefe und nachhaltiger Veränderung. Dafür habe ich jahrelang intensiv Erfahrung gesammelt. Testen Sie den Unterschied! Gern begleite ich Sie zum „Kernpunkt“ jeglichen Themas – dort integrieren Sie Veränderungen mit Leichtigkeit in Ihre Kommunikation, „sturmsicher“ und dauerhaft.

 

Empathie ist wirkliches
Hinhören, reine Präsenz,
Einfühlung in die Welt
des Anderen,

Abstand von allem
was man glaubt,
über ihn zu wissen und
Freisein vom Wunsch,
ihn zu verändern.

Die Wölfe
  • Bewertungen (1)
  • Forderungen (2)
  • Vergleiche (3)
  • Verantwortung verschleiern (4).

Beispiel:
Räum bitte deine Bücher auf!“ —  Antwort „wölfisch“: Du bist ja total pedantisch! (1). Machs doch selber, wenns dich stört (2). Schau doch mal, wie es bei dir im Keller aussieht (3). Ich kann nicht, ich hatte keine Zeit, ich musste noch telefonieren (4). 

* Nichts gegen echte Wölfe! „Der Wolf übernimmt nur wie im Märchen die Rolle des Bösewichts“ ( nach Klaus-Dieter Gens ).

GFK – eine natürliche und persönliche Sprache

liegt in erfüllten oder unerfüllten Bedürfnissen. Gefühle sind sozusagen Boten dieser Bedürfnisse.

GFK ist in erster Linie ein Denk- kein Sprechmodell – das meiste findet innerlich statt.

Mit dem Vierschritt wird  aus „Ich bin sauer, weil deine Sachen herumliegen“  innerlich “ Ich bin sauer, wenn deine Sachen herumliegen, weil ich Schönheit/Ordnung …. brauche“.

Damit liegt die Verantwortung bei mir selbst – weil ich für meine Gefühle und Bedürfnisse verantwortlich bin. Ob ich das tatsächlich so erlebe und auch „rüberbringe“ ist ein ganz andere Frage. Das liegt dann nicht an den Worten, sondern an der inneren Haltung – und die setzt sich immer durch. 

Die Neue Gewaltfreie Kommunikation bietet klare Kriterien, um diese innere Haltung zu bestimmen.  


GFK – eine natürliche und persönliche Sprache

Markus Sikor (Neue Gewaltfreie Kommunikation), Alexandra Boos und Thomas Stelling (NVC-trainer-akademie.com) haben es einmal so formuliert:

Gewaltfreie Kommunikation dient vor allem der inneren Klärung! In Konflikten kann es hilfreich sein, alle vier Schritte auszusprechen – im Alltag klingt es eher künstlich und nervt. Eine natürliche und persönliche Ausdrucksweise kann sich entwickeln im Lauf der Zeit aus der Umstellung der Denkweise. „Giraffensprache“ ist nicht so schwer zu erlernen. Viel schwerer ist es, alte Denkmuster zu überwinden.

Lernmaterial aus Teilnehmerunterlagen

Teilnehmerstimmen

  • Dieser Kurs bewirkt eine tiefgreifende Änderung in meiner Lebenseinstellung und Empfindung, ich sehe eine große Chance, zufriedener und friedfertiger zu leben. Nehme es als Riesenlebensaufgabe mit, GFK in den vielen Situationen des Alltags bewusst zur Verfügung zu haben, damit der „Autopilot“ nicht etwas ganz anders macht als das, was ich hier aufnehmen möchte. Ich weiß, dass das eine ganz große Hilfe für mich wäre. Dafür bin ich dankbar, es war wirklich außergewöhnlich tief greifend.
    P. K.

  • Allem voran tut es gut zu sehen, was es bedeutet, wie es sich anfühlt, die Gefühle zu umarmen, anstatt sie sich auf unterschiedlichste Weise vom Hals zu halten. Was es bedeutet, jemand empathisch zu begegnen, ganz passgenau, wie bei einem Schlüssel, ganz filigran. Weiterzugehen auf dem Weg, sich selbst kennen zu lernen – was für ein Reichtum, der so verdeckt war! Akzeptanz – es darf alles da sein, es ist meines, es ist „normal“, das ist ein tröstliche Lebenseinstellung. Sie hilft mir in den vielen Alltagssituationen, in denen ich sonst verzweifelt bin. Wieviel einfacher es doch sein kann…
    D. F.

  • Im Seminar bin ich ganz zu mir gekommen. Dagmar hat mir etwas Neues gezeigt, bildlich gesprochen eine Welt, wo ich mein Schießeisen fallen lassen kann und in einer kultivierten Umgebung zuhause sein werde.
    R. F.

  • Ich sehe neue Möglichkeiten, mit mir selbst anders umzugehen und weiß, es sind noch mehr Menschen auf dem Weg, die ihr „Wolfsdenken“ in den Griff bekommen wollen. Mich selbst zu verstehen, bevor ich auf den anderen zugehe, das hilft in vielen Situationen. Es verändert etwas in meinem Leben, bringt Hoffnung. Türen und Fenster sind offen, ich finde Wärme und Stärke in der Gewaltfreien Kommunikation.
    L.G.